Hessenliga 02.02.14
Rekord für die Ewigkeit:
8- jähriger Richard Bethke in der Hessenliga
Das Hessenliga-Duell zwischen Wiesbaden-Dotzheim und Gelnhausen geriet zur bloßen Kulisse für ein bundesweit höchst seltenes Ereignis : Die Barbarossastädter setzten mit Richard Bethke einen Achtjährigen (!) in ihrer ersten Mannschaft ein, und
das in einer hohen Spielklasse. Bis dahin wurde der Gelnhäuser „Jugendrekord“ gemeinsam von Sebastian Bravo Lutz und Matthias Muth gehalten, die beide als 13- jährige erstmals in der Top- Truppe spielten. „Basti Fantasti“ siegte in der Bezirksliga, Matthias Muth sogar in der Verbandsliga. Richard Bethke hat den „Jugendrekord“ geradezu pulverisiert und möglicherweise für die Ewigkeit aufgestellt. Allerdings bleibt seinen beiden Vorgängern der Ruhm, ihr Debüt siegreich beendet zu haben.
Hessenliga:
Wiesbaden-Dotzheim–Gelnhausen 5 : 3
Für die ersten Entscheidungen sorgten Mannschaftskapitän Sebastian Bravo Lutz und Stefan Reh. Bravo Lutz neutralisierte die anfängliche Initiative seines Gegners, während der Angriff von „El Sangriente“ auf eine gute Verteidigung des Wiesbadeners traf . Remis in beiden Partien, es stand 1: 1.
Der 8- jährige Richard Bethke hatte gegen einen erfahrenen Hessenligaspieler respektlos das Brett angezündet. Lange wogten die Chancen hin und her, doch dann führte der Schachknirps einen Angriffszug zu schnell aus und wurde von seinem Kontrahenten ausgekontert. Eine heiße Partie mit Angriff und Gegenangriff führte auch der 17- jährige Abiturient Matthias Muth . Als ein Remis wahrscheinlich erschien, entkorkte der Gelnhäuser eine Falle mit Springergabel und siegte sofort.
Die Gäste hatten zum 2: 2 ausgeglichen.
Großmeister Alojzije Jankovic, der Gelnhäuser Spielertrainer, ist quasi immer als voller Punkt „gebucht“. Doch der starke Wiesbadener Spitzenspieler Valery Krenz verteidigte sich erfindungsreich und korrekt und erzielte ein Remis – es stand 2,5 : 2,5..
Die Barbarossastädter verloren schließlich das enge Match durch die „Gelnhäuser Krankheit“, die Zeitnot. Berthold Weiß hatte mit seiner Dame gegen zwei passive Türme Vorteil erzielt, verkehrte aber in höchster Zeitnot. Er musste drei schnelle Züge „für die Uhr“ machen – danach hatte sein Kontrahent die Position ausgeglichen. Remis, aber es kam für Gelnhausen noch viel schlimmer. Ein Holzfigurengladiator aus dem Kinzigtal stand zwanzig Züge unter Dauerbeschuss, passiv, aber fest. Doch dann wollte er sich mit einer Opferkombination befreien, verblieb aber ohne Kompensation mit Materialminus und verlor. Der Letzte der Mohikaner hatte das aktivere Spiel, welches der Wiesbadener in der Zeitnot des Barbarossastädters ausgleichen konnte. Nach zwei Fehlern verlor der Gelnhäuser sogar noch sein schwieriges Endspiel, die Gastgeber hatten das Match mit 5 : 3 gewonnen.